„Stadt und Burg Vianden wurden von Experten, die im Jahre 2013 im Rahmen der Bewertung des Antrages auf Zugang zu der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO, als bemerkenswerte kulturelle Elemente, die Schutz und Erhaltung verdienen, anerkannt.“

DIE BURG VIANDEN

Geschichte

wurde vom 11. bis 14. Jahrhundert auf den Fundamenten eines römischen Kastells und eines karolingischen Refugiums gebaut. Geprägt von den Hohenstaufen, handelt es sich bei dem Schlosspalast um eine der grössten und schönsten feudalen Residenzen der romanischen und gotischen Zeit in Europa.

Bis zum 15. Jahrhundert war es der Wohnsitz der mächtigen Grafen von Vianden, die sich ihrer Beziehungen zum deutschen Kaiserhof rühmten und deren bedeutendster Graf, Heinrich I. (1220-1250) mit einer Blutsverwandten der Kapetinger, der Königin Frankreichs, verheiratet war. Im Jahre 1417, wurden die Grafschaft und das Schloss der jüngeren Linie des deutschen Hauses Nassau vererbt, die sich 1530 ebenfalls das französische Fürstentum Oranien einverleibte.
Die Kapelle, der kleine Pallas und der grosse Pallas, die bemerkenswertesten Räume des Schlosses, wurden gegen Ende des 12. und während der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut. Der Jülicher Bau, westlich des grossen Pallas (er besteht heute nicht mehr) geht auf den Anfang des 14. Jahrhunderts zurück, der Nassauer Bau wurde erst Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet.

1820, unter der Herrschaft von König Wilhelm I. der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Graf von Vianden, führte der Verkauf des Schlosses, und die anschliessende Zerlegung in seine Einzelteile, zum Ruinenzustand. In Jahre 1890 fiel das Schloss an Großherzog Adolf, der älteren Linie des Hauses Nassau, und blieb im Besitz der großherzoglichen Familie. Nach der Übernahme der Burg in Staatsbesitz im Jahre 1977 wurde sie entsprechend ihrer ehemaligen Pracht restauriert und zählt heute zu den bedeutendsten Baudenkmälern Europas.

Erste Bauperiode (4. – 5. Jahrhundert)
Der Felsvorsprung über dem Ourtal wurde ein erstes Mal in der Spätantike befestigt. Die geographische Lage sowie die archäologischen Funde geben Anlass zur Vermutung, dass diese befestigte Anlage während der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts von einer offiziellen Garnison des römischen Heeres besetzt war, wie dies bei zahlreichen castella auf den Anhöhen des Trierer Landes der Fall war.
Durch die archäologischen Untersuchungen unter der Hauptburg konnten die Strukturen dieser römischen Befestigungsanlage ermittelt werden. Die südliche Spitze des Vorsprungs wurde von einem quadratischen Turm (Seitenlänge ca. 10,50 m) bewacht. Zwei Kurtinen gingen jeweils von der nordöstlichen und der westlichen Turmecke aus, sie folgten der Abbruchkante des Schieferfelsens. Abgesehen von einigen Pfostenlöchern sind keine weiteren Spuren der Innenbebauung erhalten geblieben.
Der nordwestliche Hügelabhang war durch einen breiten Graben geschützt, der in den Naturschiefer eingetieft war.
Dieses den Flussübergang kontrollierendes Kastell gehört zu einer Gruppe von Höhenbefestigungen, die besonders wahrend der zweiten Hälfte des 4. und der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts zur Überwachung der Verbindungswege im Trierer Hinterland dienten.
Gegen Mitte des 5. Jahrhunderts wurde die spätantike Anlage durch Brandeinwirkung teilweise zerstört.

Mehr über die Geschichte der Burg finden Sie hier: Schloss Vianden Geschichte